Archiv für Juni 2009

Fragen an eine Werbetexterin

Montag, 29. Juni 2009

Kürzlich wurden mir zu meiner Tätigkeit als Texterin per E-Mail zwei Fragen gestellt von einer jungen Dame, die  meinen “Spickzettel für gute Texte” erworben hatte:

1. Ist es schwierig diesen Beruf auszuüben? 2. Ist es eher Talentsache oder doch hartes Lernen und Training?

Meine Antworten:
Zu 1:

Schwierig sind manchmal die Bedingungen, unter denen man den Beruf ausübt. Das ist abhängig vom Arbeitgeber, vom Kunden, vom Team. Alle, diejenigen, die an den Texten oder am Textergebnis/textwerk direkt oder indirekt mitwirken, tragen dazu bei, dass man an diesem Beruf Spaß hat oder Frust schiebt. Ansonsten ist doch nichts wirklich schwierig, wenn man für sich erkannt hat, dass man es machen will.

Zu 2:

Wenn man …

… die Lust am Wort,

… das Interesse am Wortwörtlichen,

… den Wunsch sich schriftlich auszudrücken

als Talent bezeichnet, ist es auch (!) eine Talentsache.

Ich war z. B. in meiner Schulzeit immer sehr gut in dem Fach „Deutsch“. Ich las sehr viel und gern. Und das Schreiben lag mir. Auch das Analysieren von Geschichten, Romanen, Gedichten: „Was will uns der Autor sagen?“ ;) Ich habe gern Gedichte geschrieben und mochte mich schriftlich lieber ausdrücken als mündlich.

Genauso würde ich das Texten als Handwerk bezeichnen. Beachtet man gewisse „Stilregeln“, kann man schon mal Texte schreiben, die andere lesen können, ohne zu stolpern oder sich zu langweilen (siehe mein „Spickzettel für gute Texte”). Darüberhinaus kann man auch lernen, seine Phantasie beim Texten zu gebrauchen oder mit „rhetorischen Figuren“ umzugehen wie mit Reimen, Anaphern* etc. (*Wiederholen eines Wortes oder mehrere Wörter zu Beginn aufeinanderfolgender Sätze oder Satzteile; z. B.: Mehr Qualität. Mehr Erfolg. Mehr als Sie erwarten.)

Was ich persönlich sehr wichtig finde, ist, dass man sich selbst nicht wichtiger nimmt, als den Leser. Er soll angesprochen werden, er soll den Text lesen, soll ihn begreifen. Bei einem Mailing soll er sogar direkt auf reagieren, indem er etwas bestellt o. ä. Daher ist es wichtig, verständlich und einfach zu schreiben. Anregend und spannend. Je nach Textsorte auch so, als würde ich ein Gespräch führen mit dem Leser. Letztendlich kommt es immer auf die Textsorte an. Für die Werbung texte ich ganz anders, als wenn ich für die Zeitung schreibe. Fazit: Es ist eine Lernsache, es ist Training. Und alles, was man mit Herzblut macht, geht eh leichter von der Hand.


Tricks der Werbeanrufer: Selbst ernannte Kooperationspartner der Stiftung Warentest

Donnerstag, 25. Juni 2009

Werbeanrufer schieben gern bekannte Institutionen oder auch Unternehmen, Behörden etc. aus der Region vor, um beim Angerufenen Vertrauen zu wecken …

Heute erreicht mich ein Akquise-Anruf von „Europas größtem Makler für Krankenversicherungen“. Das erfuhr ich jedoch nicht aus dem Einstiegssatz. Der klang in etwas so: „Als Kooperationspartner der Stiftung Warentest möchten wir Ihnen einmal unverbindlich und kostenlos vorstellen, wie Sie im Jahr 1000 EUR für Ihre Krankenversicherung sparen können … „ Dafür wollte man mit mir einen Gesprächstermin vereinbaren. Erst auf Nachfrage bekam ich heraus, dass es sich hier um den besagten Versicherungsmakler handelt, der mir eine andere Krankenversicherung aufschwatzen wollte. Dabei bin ich mit meiner Kasse sehr zufrieden, auch wenn sie ein paar Euro mehr kosten sollte. Da ich gerade 3 Minuten Zeit hatte, rief ich mal eben bei den Pressekollegen von Stiftung Warentest an. Die wussten von nichts. Wunderten sich auch nicht über die selbst ernannten Kooperationspartner und wählten sich gleich mal nach Bielefeld durch. Welch ein Segen, dass inzwischen kein Werbeanruf mehr mit unterdrückter Rufnummer erfolgen darf ;)

Fahrrad- statt Autoflotte?

Mittwoch, 24. Juni 2009

Ulrich Prediger aus Gundelfingen hat letztes Wochenende den Karma-Konsum-Gründeraward (www.karmakonsum.de) bekommen für eine ziemlich ökokorrekte Geschäftsidee: die Leaserad GmbH. Er bietet Unternehmen, Behörden, Kliniken etc. eine vollständige Fahrradflotte auf Leasing-Basis. Ein klasse Idee, wie ich finde. Mehr dazu unter: www.leaserad.de

Quelle: pixelio.de, Uschi Dreiucker

Quelle: pixelio.de, Uschi Dreiucker

Frischmilch: Und sie hält und hält …

Mittwoch, 24. Juni 2009
"Länger frisch" schmeckt wie gekocht!

"Länger frisch" schmeckt wie gekocht!

… immer länger frisch. Schon aufgefallen? Es gibt derzeit kaum noch ganz normale frische Milch im Supermarkt zu kaufen. Auf jeder Milch steht inzwischen: Extra langer Frischgenuss. Ich habe erst gedacht, das sei “H-Milch”. Ist es aber nicht. Schmeckt aber anders und längst nicht so gut wie die klassische, mir bekannte Frischmilch. Was ist passiert? Habe ich was verpasst? Lese ich die falschen Zeitungen? Wo ist meine gute alte Frischmilch geblieben? Ich will diese “neue Milch” nicht! Habe die Tage durch Zufall schließlich einen Artikel in der Juni/Juli-Ausgabe der Zeitschrift “BIO” entdeckt. Da heißt es: “Eine neue Milchsorte hält seit wenigen Jahren (!) unbemerkt Einzug in die Supermarktregale: die ESL-Milch. ESL steht für ‘extended shelf life’ und bedeutet ‘im Regal länger haltbar’.” Diese Milch soll ungeöffnet auch nach 3 Wochen noch genießbar sein. Sie würde kurz auf 127 Grad erhitzt und Keime durch einen Filter abgetrennt werden. Offen ist noch, ob die durch das ESL-Verfahren veränderten Nährstoffe zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten führen. Wie dem auch sei, mich wunderts, dass man diese Milch einfach so vorgesetzt bekommt und noch nicht mal mehr die Wahl hat. Angeblich soll es die “traditionell hergestellte” Milch auch noch geben. Nur wo? Ich mache mich dann mal rund um Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück auf die Suche. Wer einen Tipp hat … Danke schonmal im Voraus!