Kürzlich wurden mir zu meiner Tätigkeit als Texterin per E-Mail zwei Fragen gestellt von einer jungen Dame, die meinen “Spickzettel für gute Texte” erworben hatte:
1. Ist es schwierig diesen Beruf auszuüben? 2. Ist es eher Talentsache oder doch hartes Lernen und Training?
Meine Antworten:
Zu 1:
Schwierig sind manchmal die Bedingungen, unter denen man den Beruf ausübt. Das ist abhängig vom Arbeitgeber, vom Kunden, vom Team. Alle, diejenigen, die an den Texten oder am Textergebnis/textwerk direkt oder indirekt mitwirken, tragen dazu bei, dass man an diesem Beruf Spaß hat oder Frust schiebt. Ansonsten ist doch nichts wirklich schwierig, wenn man für sich erkannt hat, dass man es machen will.
Zu 2:
Wenn man …
… die Lust am Wort,
… das Interesse am Wortwörtlichen,
… den Wunsch sich schriftlich auszudrücken
als Talent bezeichnet, ist es auch (!) eine Talentsache.
Ich war z. B. in meiner Schulzeit immer sehr gut in dem Fach „Deutsch“. Ich las sehr viel und gern. Und das Schreiben lag mir. Auch das Analysieren von Geschichten, Romanen, Gedichten: „Was will uns der Autor sagen?“
Ich habe gern Gedichte geschrieben und mochte mich schriftlich lieber ausdrücken als mündlich.
Genauso würde ich das Texten als Handwerk bezeichnen. Beachtet man gewisse „Stilregeln“, kann man schon mal Texte schreiben, die andere lesen können, ohne zu stolpern oder sich zu langweilen (siehe mein „Spickzettel für gute Texte”). Darüberhinaus kann man auch lernen, seine Phantasie beim Texten zu gebrauchen oder mit „rhetorischen Figuren“ umzugehen wie mit Reimen, Anaphern* etc. (*Wiederholen eines Wortes oder mehrere Wörter zu Beginn aufeinanderfolgender Sätze oder Satzteile; z. B.: Mehr Qualität. Mehr Erfolg. Mehr als Sie erwarten.)
Was ich persönlich sehr wichtig finde, ist, dass man sich selbst nicht wichtiger nimmt, als den Leser. Er soll angesprochen werden, er soll den Text lesen, soll ihn begreifen. Bei einem Mailing soll er sogar direkt auf reagieren, indem er etwas bestellt o. ä. Daher ist es wichtig, verständlich und einfach zu schreiben. Anregend und spannend. Je nach Textsorte auch so, als würde ich ein Gespräch führen mit dem Leser. Letztendlich kommt es immer auf die Textsorte an. Für die Werbung texte ich ganz anders, als wenn ich für die Zeitung schreibe. Fazit: Es ist eine Lernsache, es ist Training. Und alles, was man mit Herzblut macht, geht eh leichter von der Hand.